Legal, illegal, scheißegal sind nicht in Stein gemeißelt – was eine legale oder illegale Droge und was ein Medikament ist, ist immer Ergebnis einer gesellschaftlichen Diskussion. Neben der Abwägung von Nutzen und Schaden der Substanz spielen auch innen- wie außenpolitische Fragen eine Rolle. Am Ende entscheiden dann Gesetzgeber und etwa die Arzneimittelzulassungsbehörde, meist unabhängig davon wie Konsumenten dies beurteilen.

Es ist naiv hinter solchen Entscheidungen einen transparenten, sachlichen oder wissenschaftlichen Prozess zu vermuten. Außerdem ändern sich die Einschätzungen, welche Entscheidung zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr schadet als nützt oder welche Substanz zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr schadet als nützt oder andersherum von Zeit zu Zeit.

Dass die Grenzen hier fließend sind, sehen wir sowohl bei der öffentlichen Verdammung des Rauchens in den letzten 10, 15 Jahren, bei der sukzessiven Einführung von Cannabis als Medizin in fast ganz Europa oder etwa der durch legal verschriebene Medikamente ausgelösten Opiodkrise in den USA.

Wie rasch in einigen Bundesstaaten der USA aus einer illegalen eine legale Droge wurde, und demnächst in Kanada wird, durften wir darüber hinaus erleben. Und wenn aus dem einstigen ‘Krieg gegen Drogen’-Erfinder USA partiell ein drogenfreundliches Land wird, kann das nicht ohne Auswirkungen auf den Rest der Welt bleiben.

Wenn sukzessive immer mehr Staaten der USA und Kanada das Weed legalisieren, dann werden sich die Europäer diesem Trend nicht übermäßig lange verschließen können.
Legal, illegal, scheißegal sind nicht in Stein gemeißelt und keineswegs Beleg für die tatsächliche Gefährlichkeit einer Substanz oder Pflanze – oder Technik.

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hempedelic