Über die Jahrzehnte hat sich eine politische Sprachregelung, obwohl sachlich eindeutig falsch, als allgemein üblich etabliert. Ein erfolgreiches Framing der Drogenkrieger.

Framing ist, weiß Mary Jane, kein neues Konzept. Im weltweiten Drogenkrieg und in der sekundierenden Berichterstattung ist Framing seit Jahrzehnten fester Bestandteil. Eines der beliebtesten und gedankenlos genutzten Framings ist ‘Alkohol und Drogen’. Stets werden sie zusammen genannt und doch durch die Reihenfolge getrennt.

Alkohol und Drogen, so als sei Alkohol keine Droge. Dabei IST Alkohol unzweifelhaft eine Droge – eine der härtesten. Mithin macht die sprachliche Trennung keinen Sinn, ist sachlich genauso unzweifelhaft schlicht falsch.

Aber als Framing funktioniert das seit Jahrzehnten bestens. Uns wird per Sprache permanent suggeriert Alkohol sei keine Droge oder jedenfalls Drogen schlimmer. Selbst wissenschaftliche Publikationen entblöden sich nicht vorweislich hochakademische Ausführungen mit z.B. ‘Alkohol und Drogen im Straßenverkehr’ zu betiteln.

Leider verwenden dieses beliebte Framing weiterhin viel zu viele. Viel zu selten schreiben die Medien korrekt ‘Alkohol und andere Drogen’. Mehr Sachlichkeit ist wünschenswert.

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