Laut neuer polizeilicher Kriminalstatistik stieg die Zahl der Drogendelikte 2017 bei rückläufigen Straftaten erneut an. Ungebrochen werden mit Eifer vornehmlich Konsumenten gejagt.

Wachstum bei allen Drogen

Laut PKS sind die Drogendelikte gegenüber 2016 um 9,2 % auf nunmehr 330.580 Fälle angewachsen; höhere Fallzahlen sind ins besonders bei Cannabis (204.000, 12 %), Kokain und Crack (19.644, 18,7 %) sowie LSD (921, 27 %) zu verzeichnen.

Immerzu historische Höchstwerte

Seit Jahren erreicht die Repression gegen Drogenkonsumenten, insbesondere gegen Cannabiskonsumenten, alljährlich Rekordniveau.
Im Jahr 2017 erreichte der Anteil der Delikte, die gemeinhin als Konsumentendelikte bezeichnet werden (sogenannte allgemeine Verstöße), also Besitz für den Eigenverbrauch, einen neuen historischen Höchstwert von 76,6 Prozent.
Im Vorjahr gab schon mal einen historischen Höchstwert. Nächstes Jahr dürfte es kaum anders sein. Ein historischer Höchstwert jagt den nächsten.

Fakt ist, in der Mehrzahl aller sogenannten Drogenstraftaten, mittlerweile Dreiviertel, handelt es sich um bloße Konsumentendelikte, sagenhafte 81,7 % davon mit Cannabis.

Solche machen über 50 Prozent aller ‘Drogenstraftaten’ aus. Auch das historische Höchstwerte.

Im Fadenkreuz: Konsumenten

Dabei sank der Anteil bezüglich Handel und Schmuggel mit 15,7 % auf den tiefsten Wert aller Zeiten. Statt mit den Hintermännern und Großhändlern beschäftigt sich die Polizei am liebsten mit den allerkleinsten Fischen.
Wenig spricht dafür, dass sich dies dieses Jahr ändert. Kiffer befinden sich mehr denn je im Fadenkreuz der Polizei, vielleicht weil Kiffer einfache Beute sind.
Experten führen das auf ”gestiegenen, aber selektiven Kontrollintensität der Polizei” zurück.

Kifferhatz – das Lieblingsding der Polizei

Kifferhatz ist das Lieblingsding der Polizei, trotz oder vielleicht wegen der zunehmenden urbanen Alltäglichkeit des Kiffens in Parks, bei Festivals, auf Partys, im Garten, auf dem Balkon, zu Hause und in der Öffentlichkeit sowie trotz der an Schwung gewinnenden Freigabe-Debatte und historischen Legalisierungen in Kanada, Uruguay und neun US Bundesstaaten.
Vermutlich wollen weder Politik noch Polizei eine Legalisierung, wollen sie diese leicht verfügbare Beute. Will die Polizei zumal sich nicht um beispielsweise Raser, Umweltsünder oder Wirtschaftskriminelle kümmern. Also um (Straf)Taten, bei denen Menschen sterben, wo immenser Schaden angerichtet wird und es sich zudem um echte, gefährliche Verbrecher handelt. Stattdessen lautet die Devise: Viele Fälle gleich viel Erfolg (auf dem Papier) gleich gute Arbeit. Dabei ist das nur ein Armutszeugnis deutscher Drogenpolitik.

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