Vom 5.-7. Dezember tagt die Suchtstoffkommission (engl. Commission on Narcotic Drugs, CND) der Vereinten Nationen (UNO) in Wien. Die Suchtstoffkommission entscheidet über die Kontrolle und Einstufung von Suchtstoffen sowie von Vorläufersubstanzen und verfügt damit über weitreichende Einflussmöglichkeiten auf die Drogengesetzgebung aller Staaten, die den UN-Drogenkonventionen beigetreten sind.

Ende der weltweiten Verbotspolitik?

Bei dieser dreitägigen Sitzung Anfang Dezember erhält die Kommission die neuen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über den therapeutischen Nutzen und mögliche Schäden im Zusammenhang mit Cannabis und Cannabisprodukten. Die WHO empfiehlt, die Einstufung von Marihuana als Droge neu zu bewerten und es wird davon ausgegangen, dass sie ein Ende der weltweiten Verbotspolitik empfiehlt.

Anfang Juni kamen bei der Weltgesundheitsorganisation in Genf Expertinnen und Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zusammen, um über Marihuana zu diskutieren. Natürlich führen auch die WHO-Expertinnen und -Experten die bekannten Nebenwirkungen auf. Vor allem bei regelmäßigem Konsum könne es zu Angststörungen, Depression und Psychosen kommen. Doch das WHO-Team hat sich im Gegensatz zur bisherigen Praxis auch die neueren medizinischen Erkenntnisse zu THC angesehen.

Anfang März findet dann der zweite Teil dieser Konferenz statt in dem die dazugehörigen Entscheidungen getroffen werden.

Auswirkungen auf die Cannabis-Politik der einzelnen Länder

Sollte die Suchtstoffkommission den Bericht dann im März 2019 annehmen und Marihuana umklassifiziert werden – von der hochgefährlichen Droge zur harmlosen Substanz –, hätte das Auswirkungen auf die Cannabis-Politik der einzelnen Länder. Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), müsste sich von ihrem zentralen Argument verabschieden, Cannabis sei im Gegensatz zu Alkohol verboten, „weil Cannabis eine illegale Droge ist“.

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