Der Mischkonsum von psychedelischen Substanzen kann eine Erfahrung bereichern, aber auch anstrengend werden lassen oder gar negativ einfärben, wenn man sich mit der Zusammenstellung von entheogenen Menüs nicht so gut auskennt. Damit immer alles in Harmonie bleibt, empfiehlt es sich, über die zu kombinierenden Substanzen informiert zu sein und einige Grundregeln zu beachten. Von Markus Berger

Nicht alle Psychedelika passen gut zueinander. Und nicht alle User mögen alle Kombinationen von psychoaktiven Substanzen. Zwar ist es für erfahrene Psychonauten möglich, eine Menge von Psychedelika und anderen Psychoaktiva miteinander harmonisch zu mischen, dann sollte man sich aber mit den Molekülen, deren Pharmakologie, Phänomenologie und auch mit den Wechselwirkungen der einzelnen Stoffe auskennen.

Die Toleranz und das Erleben der Effekte von diversen Drogenkombos kann eine zutiefst individuelle Angelegenheit sein. Was dem einen lieb und recht ist, kann der nächste eventuell gar nicht ertragen. So gibt es Psychonauten, die die Kombination von LSD und Psilocybin schätzen und lieben – die meisten mögen diese Mischung jedoch gar nicht und empfinden sie als gekünstelt und anstrengend.

Candyflip und Konsorten

Als Flip bezeichnet man die Kombo von zwei psychoaktiven Substanzen zur Erzielung bestimmter Effekte. Die klassische Flipvariante, von der alle anderen abgeleitet worden sind, ist der Candyflip, also eine Mischung von LSD und MDMA. Viele schätzen die anxiolytische (angstlösende) Wirkung des MDMA gegenüber der von vielen als eher scharf und hart empfundenen Wirkung des LSD. MDMA kann der LSD-Erfahrung wie ein weicher fluffiger Teppich sein, der die scharfe Wirkung des Acid ein wenig sanfter ausfallen lässt. Es gibt aber auch Psychonauten, die auf genau diese Kombo gar nicht stehen, weil sie sich dann fühlen, als seien sie weder Fisch noch Fleisch. Manche empfinden die glättende und weiche Wirkung des MDMA als störend und vom LSD ablenkend – dies ist, wie erwähnt, eine höchst individuelle Angelegenheit.

MDMA vs. 2C-B

2C-B vereint psychedelische Effekte mit denen von stimulierenden Phenylethylaminen. Die Dosierung von 2C-B ist eine von Person zu Person stark schwankende. Die einen nehmen nur 10 bis 12 Milligramm ein und sind damit bedient, während andere von solchen Mengen keine Wirkungen verspüren und entsprechend mehr brauchen. Tricky bei 2C-B ist, dass schon wenige Milligramm oberhalb der höchst individuellen Toleranzgrenze des Users die Erfahrung sehr unschön einfärben können. So berichten einige, dass eine auch nur leichte Überdosierung des Moleküls die Erfahrung als künstlich und unecht erscheinen lassen kann. Interessant: Viele empfinden die Kombination von 2C-B und MDMA als besonders schön, wenn das 2C-B in dem Augenblick eingenommen wird, da die Wirkung des Ecstasys allmählich nachzulassen beginnt.

Psychedelische Kombos bei Chronikern?

Wer permanent Medikamente einnehmen muss, darf unter Umständen nicht aus der kompletten bunten Palette an Psychedelika schöpfen, sondern sollte beachten, welche Pharmaka sich nicht gut mit psychedelischen Katalysatoren vertragen bzw. welche sogar kontraindiziert sind. So sollten zum Beispiel Patienten, die wegen einer Depression behandelt werden und beispielsweise chronisch selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) einnehmen, auf die meisten psychedelischen Substanzen verzichten, insbesondere und vor allem auf solche vom Phenethylamintypus, wie etwa Meskalin, MDMA und Verwandte, DOM, 2C-B und Verwandte und so weiter.
Auch Herz- bzw. Blutdruckpatienten, die täglich Betablocker einnehmen, müssen besondere Vorsicht walten lassen.

Sie sollten Phenethylamine nur vorsichtig gebrauchen und lieber langsam und zurückhaltend dosieren und nicht etwa gleich die volle Dosis einnehmen. Komplett kontraindiziert sind bei den meisten Betablockern zum Beispiel die Beta-Carboline, die als MAO-Hemmer (Hemmer des körpereigenen Monoaminooxidase-Enzymsystems, das giftige Amine abbaut) fungieren und bei Ayahuasca-Rezepturen zum Einsatz kommen.

Pharmaka wie Metoprolol, Bisoprolol und ähnliche schließen eine orale Aufnahme von MAO-Hemmern aus. Gut ausgebildete Schamanen (Ayahuasqueros) erkundigen sich im Vorfeld einer Sitzung bei den Teilnehmern nach deren Medikation und schließen entsprechende Patienten aus.

Anders sieht es schon aus, wenn diese Beta-Carboline geraucht werden, beispielsweise ist das bei Changa-Mischungen der Fall.
Dann gelangen die meist nur in geringer Menge in der Rauchmischung enthaltenen MAO-Hemmer direkt ins Gehirn und werden dort verstoffwechselt, was dann auch für Patienten, die Betablocker einnehmen müssen, machbar ist. Doch auch hier ist Vorsicht immer die Mutter der Porzellankiste.

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