Nach dem im Internet immer mehr alarmierende Artikel mit Titeln wie „Eine 1/4 Pille ist die neue 1/2 Pille“ kursieren, stellen auch wir einer ältesten Safer-Use-Regeln in Frage.

Wie oft hat man es auf dem Festival oder auf Partys schon gehört: „Nimm lieber erstmal das halbe Teil.“ Klar, oft kann man als Konsument am Ende ja auch nur abschätzen wie stark die Pille ist, die da gerade geworfen wird. Ein bewusster Konsum ist also extrem wichtig. Und außerdem ist starkes Ecstasy seit Jahren auf dem Vormarsch. Das zeigt sich nicht nur auf der Party, auch Prof. Dr. Rainer K. Silbereisen von der Uni Jena hat die Entwicklung ganz offiziell bestätigt.

Die MDMA-Konzentration in Ecstasy-Pillen hat in den letzten fünf Jahren zudem enorm zugenommen. Und auch wenn es sich dabei nicht um eine massenhafte Problematik handelt, sondern um ein langsam wachsenden Phänomen, sollten wir eine der wichtigsten Safer-Use-Regeln neu formulieren. Laut Statistik machen selbst in großstädtischen Einzugsgebieten überhaupt nur rund drei Prozent der Jugendlichen Erfahrungen mit Ecstasy, die Zahl steigt jedoch immer weiter, warnt Prof. Dr. Silbereisen. „Das liegt einerseits an dem Image der Droge als sauber und harmlos“, meint er. Trotzdem seien vor allem sehr junge Erwachsene, die immer öfter zu bunten Pillen als „Erlebnisbeschleuniger“ greifen.

Für einige von euch gehören „Teile“ also wahrscheinlich zu einer guten Party dazu. Die intensiven Gefühle und wie man plötzlich die Musik hört, die emotionale Wärme und trotzdem noch Power zu tanzen… das hört sich alles nach Spaß an und so eine Ecstasy-Pille kann, richtig dosiert, auch für jede Menge Wohlbefinden sorgen. Doch immer öfter geht der Party-Abend inzwischen anders aus.

Nimmst du ohne es zu ahnen zu viel, sind Nebenwirkungen wie Kiefermahlen, Augen- und Nervenzucken, bis hin zu Halluzinationen und Krampfanfällen keine Seltenheit. An den Folgetagen, muss was hoch gepusht wurde dann auch wieder runter kommen. Nach der Einnahme zu hoher Dosen MDMA treten dann gerne mal depressive Gefühle, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit auf. Nimmt man auch noch regelmäßig zu große Mengen MDMA, vergrößert das sogar die Wahrscheinlichkeit irreparabler Hirnschäden.

Aber keine Panik, wenn man schon auf der Party die richtigen Schritte unternimmt, ist es möglich, die Gefahren des Konsums und den Downer am Tag danach zumindest zu beschränken. Am sichersten wäre es zwar die Drogen testen zu lassen, doch nur selten besteht auf Festivals und Co. die legale Option und oft ist es ja auch der Spontankauf, der den Reiz ausmacht. Wer sich trotzdem schlau machen will, kann sich auf Tools wie „pillenwarnung.de“ oder „drugscouts.de“ über die aktuellen Entwicklungen informieren. Praktische Infoseiten, um dich vor dem Konsum über die Pille zu informieren, die du dir gerade für’s Wochenende geholt hast, ist auch „checkit.wien“ und das Zürcher Pendant „saferparty.ch“. Doch am besten funktioniert doch meist eine einfache Faustregel, in diesem Fall: Nimm lieber eine viertel Pille anstatt der halben Pille.

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