Obwohl es jede Menge Literatur zu MDMA (3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin; Ecstasy, Adam, XTC etc.) gibt und obwohl die Einnahme dieser Substanz heute zum normalen Alltag eines jeden Clubs gehört, machen doch immer noch zahlreiche User vieles völlig falsch und gefährden sich und andere mit unsachgemäßen Dosierungen. Dabei ist es eigentlich ganz einfach.
von Markus Berger

In dieser Zeit kursieren MDMA-Pillen am Schwarzmarkt, die ungeheuer hoch dosiert sind. Bis zu einem halben Gramm (500 Milligramm) findet sich da in einer einzigen Tablette. Eine solche unbedarft zu schlucken, kann eine ernsthafte Gefahr für Leib und Leben bedeuten, was aber offensichtlich nicht viele zu stören scheint.

Auch Nutzer, die über MDMA in Kristallform verfügen, dosieren sich häufig dermaßen über, dass regelmäßig unschöne Begleiterscheinungen resultieren. Der Mischkonsum mit Alkohol und anderen unpassenden Drogen setzt dem Ganzen dann die Krone auf. Manche sind nach einer Overdose (auch in Kombination mit anderen Substanzen) schon tot umgefallen. Am Ende wird dann in der Öffentlichkeit den Drogen die Schuld zugewiesen, obwohl diese nichts dafür können, dass manche Menschen ohne jedes Verantwortungsgefühl und ohne Bedacht konsumieren. In Wirklichkeit ist die sachgemäße Dosierung von MDMA aber ganz simpel, wenn man die Faustregel kennt und beachtet – und diese garantiert eine risikoarme Erfahrung, vorausgesetzt, der Nutzer ist bei guter Gesundheit.

Wird reines MDMA korrekt verwendet, so ist beim gesunden Menschen nicht mit unangenehmen oder riskanten Zwischenfällen zu rechnen. MDMA kann aber durchaus neurotoxisch, also nervenschädigend, wirken, wenn man es falsch handhabt. Wichtig ist dabei, einigen Faktoren so genau als möglich Beachtung zu schenken. Set (= die eigene Befindlichkeit) und Setting (= das Äußere, die Umgebung) sind genauso wichtig, wie die körperliche Verfassung des Konsumenten und die Kenntnis um die richtige Dosierung. Fühlt man sich ausgelaugt und müde, ist einem übel oder die Laune vernebelt, so empfiehlt es sich nicht, MDMA (und/oder andere Psychoaktiva) zu nehmen. Der negative Grundzustand wird sich im schlimmsten Fall verstärken, physische Mängel werden deutlicher zutage treten. Kurz gesagt: Bist du schlecht drauf oder geht es dir mies, wird MDMA deine Situation nicht verbessern, sondern eher potenzieren. Denn MDMA ist – wie viele andere psychedelische Drogen – eine Verstärkersubstanz und eben kein Stimmungsaufheller. Zwar mag es sein, dass im Einzelfall der eine oder andere User berichtet, mit MDMA eine Depri-Phase überwunden zu haben. Dennoch ist dies doch kein Garant dafür, dass das bei jedem und stets funktioniert. Das Gegenteil ist eher der Fall. Vorsicht also bei schlechter Stimmung oder körperlichen Gebrechen! Hier lieber auf MDMA und anderes verzichten!

Während der Erfahrung ist es wichtig, stets genug zu trinken, um die Körpertemperatur niedrig zu halten, und immer dann, wenn es drückt, aufs Klo zu gehen und die Blase zu entleeren.

MDMA setzt die Körpertemperatur hoch, der Körper gerät in einen Zustand, der einer Fieberphase ähnelt. Wer jetzt aufs nötige „Kühlwasser“ verzichtet, tut sich so überhaupt gar keinen Gefallen, sondern vergewaltigt seine Physis und begünstigt überdies die Ausprägung einer horrenden Neurotoxizität. Regelmäßig zu pinkeln bedeutet, das Entschlackungs- und Entgiftungsprogramm des Körpers zu unterstützen, weshalb es von immenser Bedeutung ist, dem Harndrang zeitig nachzugeben.

Vernünftige MDMA-Konsumenten verzichten zudem vor und während der Erfahrung auf Alkohol in jeglicher Form. Alkohol potenziert das neurotoxische Potenzial des MDMA, entzieht dem Körper Flüssigkeit und wirkt ohnehin der MDMA-Wirkung entgegen.

Korrekte Dosis ist das A und O

Bei MDMA gibt es zwei magische Zahlen, die man sich merken sollte: 1,5 und 1,3 Milligramm. Das sind die Grundlagen für die Berechnung der korrekten Dosis beim Mann (1,5 mg) und bei der Frau (1,3 mg), die der erwachsene, gesunde Mensch pro Kilogramm Körpergewicht höchstens abwiegt und einnimmt, damit MDMA nicht nervenschädigend wirkt. Für einen 70 Kilo schweren Mann bedeutet das, dass er mit einer Einstiegsdosis von maximal 105 Milligramm beginnt (1,5 mg mal 70 kg). Frauen verwenden entsprechend 1,3 mg pro Kilo Körpergewicht (wären 91 mg bei einer 70 Kilo schweren Frau).

Wann und wie viel nachlegen?

Per Faustregel sagt man, dass, wer nachlegen mag, dies nach frühestens einer Stunde tut – und wieder maximal die individuelle Einzeldosierung einnimmt, besser ist es, nur die halbe Dosis nachzunehmen. Damit soll es für eine Erfahrung gut sein, mehr ist in keinem Fall ratsam, denn sonst wird es potenziell gefährlich. Ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass es sich nicht empfiehlt, MDMA sehr häufig zu nehmen. Ein wöchentlicher Ecstasy-Konsum ist weder gesund noch erstrebenswert, weil ein solches Verhalten schädlich für den Körper und vermutlich auch für den Geist ist, und weil die eigentliche, von vielen als magisch empfundene Wirkung des Stoffes sich nicht mehr einstellt, wenn man MDMA inflationär genießt. Sasha Shulgin hatte einst gesagt, dass es töricht sei, mehr als einmal pro Quartal MDMA zu nehmen.

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