In aller Regelmäßigkeit bemühen Hanfgegner das Argument von der Gefährlichkeit des Cannabiskonsums für das menschliche Gehirn in der Diskussion um eine Legalisierung.
Jetzt melden sich Wissenschaftler dazu zu Wort.

Von Markus Berger

Was wurde nicht alles schon von den Cannabis- bzw. Drogengegnern beschworen und „argumentiert“:
Hanf sei eine Einstiegsdroge, Kiffen mache dumm, Cannabis schädige das Gehirn und so weiter.
Insbesondere Suchtmediziner scheinen ein besonderes Interesse daran zu haben, dass Cannabis eine verbotene Substanz und Pflanze bleibt. Jetzt strafen jüngste Forschungen diese Tendenzen aber (wieder mal) Lügen – und ein Suchtmediziner mit einer ganz anderen Meinung meldet sich zu Wort.

Glücklicherweise hält die stetige Diskussion über Cannabis in der Gesellschaft weiterhin an und zieht immer
größere Kreise. Die Hauptargumente der Prohibitionisten, Cannabis weiterhin verboten zu lassen, werden dabei jedoch immer wieder aufs Tapet gebracht: Gerade Mediziner streiten nach wie vor mit Legalisierungsbefürwortern und setzen sich dafür ein, dass der Hanf als Suchtmittel auf dem Index des Betäubungsmittelgesetzes bleibt.
Denkt man. Das ist allerdings gar nicht wirklich der Fall.
Es gibt eine wachsende Anzahl an Ärzten, die sich für eine Lockerung des Cannabisverbots aussprechen – insbesondere nachdem in Deutschland vor etwa einem Jahr die entsprechenden Gesetze geändert wurden und Cannabis nun verschreibungsfähig ist. Mehr als die Hälfte aller Ärzte, die an einer Umfrage des Ärztenachrichtendiensts (ÄND) teilgenommen hatten, sprachen sich demnach für eine Legalisierung des Hanfs aus.

Befragt wurden mehr als 800 Ärzte – und 53 Prozent der Mediziner fordern ein Ende des Cannabisverbots.
Nur 12 Prozent der befragten Ärzte wollen Cannabis explizit verbieten. Das sind Zahlen, die erstaunen.

Guckt man sich aber jüngste Forschungsergebnisse an, verwundert die Meinung der Fachleute, die sich auf die Seite des Hanfs stellen, nur wenig. So haben Wissenschaftler der Universität Colorado Boulder nun untersucht und herausgefunden, wie gefährlich Cannabis im Vergleich zum jederzeit verfügbaren Alkohol für das Gehirn ist. Das Resultat: Kiffen verändert die Gehirnstruktur offenbar gar nicht, wohingegen Alkohol sehr wohl in den Aufbaudes Hirns eingreift.
Die Forscher hatten Gehirnscans von 853 Erwachsenen und 439 Jugendlichen ausgewertet und die Studie im Fachmagazin „Addiction“ publiziert. Die dabei erhobenen Daten sprechen eine deutliche Sprache:
Regelmäßiger und übermäßiger Konsum von Alkohol lässt die Hirnsubstanz schrumpfen, was sich bei Cannabiskonsumenten nicht nachweisen lässt. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass Cannabis kaum negative Auswirkungen auf das Gehirn ausübt. Kent Hutchison, Co-Autor der Studie, wird in einem Artikel des Magazins Business Insider zitiert: „Die möglicherweise vorhandenen negativen Folgen von Cannabis sind definitiv nicht einmal annähernd so ausgeprägt wie die negativen Konsequenzen von Alkohol“.
Gleichzeitig meldete sich Suchtmediziner Dr. Thomas Rieder, seines Zeichens ärztlicher Direktor am Klinikum Mainkofen (Sektion Abhängigkeitserkrankungen), zu Wort: Er gibt zu bedenken, dass Cannabis im deutschsprachigen Raum eine uralte Kulturpflanze ist und erst von Kaiser Wilhelm I. verboten worden war. Rieder sieht nicht ein, wieso um Cannabis vonseiten der Ärzte so ein Aufheben veranstaltet wird. Vor allem die Hysterie in Bayern kann der Arzt nicht nachvollziehen. Diese sei Ergebnis einer überzogenen idealistischen Bewertung des Hanfkonsums, wobei dem Alkoholgenuss in dem Bundesland jedoch ganz besonders gefrönt wird.
Cannabis sei, so Thomas Rieder, im suchtmedizinischen Bereich diejenige Substanz, die am wenigsten Probleme bereite.

Quellen und Infos:
Deutsche Apotheker Zeitung
Business Insider
Plattlinger Zeitung

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