Zauberpilze erfreuen sich wachsender Beliebtheit – allerdings lieben nicht alle den typisch pilzigen Geschmack der psychedelischen Fungi. Es lässt sich aber rasch eine süße Delikatesse zubereiten, die dem Pilzgeschmack entgegenwirkt: Pilz-Schokolade.
von Markus Berger

Berauschend gute Psychedelikatessen

Eine Pilzschokolade herzustellen, ist ganz einfach. Man braucht dazu nur Pilze der Wahl, Schokolade der Wahl und einen Herd.

Süße Versuchung: Verbotene Pilze

Psiloschokolade war einer der Kassenschlager in holländischen Smartshops. Heutzutage sind die psychoaktiven Süßigkeiten aus den Sortimenten der Läden verschwunden. Es lässt sich aber im Handumdrehen eine Pilz-Schokolade selber herstellen, wenn man denn z.B. im Portugalurlaub ist oder an anderen Orten, an denen der Drogenkrieg weniger hohe Wellen schlägt. Im deutschsprachigen Raum sind Psilocybinpilze verboten.

Die Wahl der Art

Für unsere Psiloschokolade verwenden wir Psilocybe azurescens, natürlich kann jede beliebige Spezies zur Süßspeise gemacht werden. Psilocybe azurescens ist die potenteste aller Psilo-Arten, das heißt: Wir brauchen für die Zubereitung unserer Schoki relativ wenig Masse an Fruchtkörpern. Würde man z.B. Psilocybe cubensis verwenden, wäre die benötigte Menge deutlich größer. Weil Pilzschokolade meist verwendet wird, um den Geschmack zu übertünchen, ist der azurescens eine gute Wahl.

Schokolade herstellen

Die Pilze sollten selbstverständlich getrocknet sein. Der User entscheidet, wieviele Pilze er nimmt und ob er sie zermahlen möchte oder lieber nur in Stückchen schneidet. Die Schokolade wird zunächst im Wasserbad geschmolzen. Anschließend den Topf vom Herd nehmen und die zerkleinerten Pilze untermischen. Das war‘ E im Grunde auch schon. Jetzt muss die Schokolade nur noch in Förmchen abgefüllt oder zu Tafeln o.ä. verarbeitet werden, abkühlen – und fertig ist die Pilz-Schokolade!
 
 
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Pilze zerkleinern

Die getrockneten Pilze werden entweder zermahlen oder zerkleinert. Mancherorts angebotene Pilzgrinder erübrigen sich – da tut es die Kaffeemühle und der Zwiebelschneider.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Schokolade verflüssigen

Die Schokolade wird im Wasserbad auf dem Herd zum Schmelzen gebracht. Dafür gibt man die Schokolade in einen Topf und diesen in einen größeren, mit Wasser gefüllten Topf.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Pilze hinzugeben

Wenn die Schokolade flüssig ist, den Topf vom Herd nehmen und die Pilze beimischen. Gibt man auf 100 g Schokolade 10 Gramm azurescens, erhält man eine potente Schokolade.
 
 
 
 
 
 
 

Portionieren und fertigstellen

Zum Schluss muss die Schokolade portioniert werden, bevor sie zum Erkalten in den Kühlschrank gebracht wird. Handelsübliche Schokoladen kommen in 100-g-Tafeln daher. Teilt man diese in 16 Stücke, wiegt jedes Stück 6,25 g und enthält nach unserem Rezept etwa 0,6 g Pilze.

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Was wirkt denn da?
Psilocybinpilze enthalten die psychedelisch wirksamen Substanzen Psilocybin und Psilocin. Psilocybin wird nach Einnahme im Körper zu Psilocin umgebaut, das dann seine Effekte entfaltet. Beide Stoffe sind DMT-Formen (4-PO-DMT und 4-HO-DMT) und Bestandteil einer Vielzahl von psychoaktiven Pilzen aus verschiedenen Gattungen. Bekannt geworden sind die Zauberpilze durch den US-amerikanischen Banker R. Gordon Wasson, der den Pilzkult bei der mexikanischen Heilerin Maria Sabina beobachtet hatte und die westliche Wissenschaft darüber unterrichtete. Damit erlangten die Pilze schnell weltweite Beachtung. Nachdem es einer Reihe von Wissenschaftlern nicht gelungen war, das wirksame Prinzip aus den Pilzen zu isolieren, gelang es schließlich dem Schweizer Naturstoffchemiker Albert Hofmann aus Basel, dem Entdecker des LSD, die dem Acid eng verwandten Pilzwirkstoffe aus den Fruchtkörpern herauszulösen. Im deutschsprachigen Raum ist vor allem der Spitzkegelige Kahlkopf Psilocybe semilanceata verbreitet.
 

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