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MDMA ist eine als Psychotherapeutikum nutzbare Substanz. In den Händen des erfahrenen Therapeuten können psychische Probleme erkannt und mitunter aufgelöst werden. Zuweilen wird MDMA aber auch privat als Therapeutikum verwendet.
von Markus Berger

Der Versuch, sich selbst mit Hilfe von psychoaktiven Mitteln zu therapieren, kann durchaus nach hinten losgehen. Bei entsprechenden Erfahrungsberichten aus dem psychedelischen Untergrund handelt es sich meist um „Zufallsprodukte“, wo MDMA-Gebraucher spontan und ohne eine entsprechende Intuition gehabt zu haben, mit eigenen Seeleninhalten konfrontiert wurden und diese mithilfe einer gewissen Einsicht in die spezielle Lebenssituation lösen konnten. Wer sich vornimmt, mit der Einnahme von MDMA gezielt von psychischen Leiden zu befreien, kann auch das Gegenteil des Angestrebten erleben.

Was ist MDMA?

Methylendioxy-Methamphetamin, MDMA, besser bekannt als Ecstasy, gehört zu den psychoaktiven Substanzen und ist ein sogenanntes Entaktogen bzw. Empathogen. MDMA wird auch als Herzöffner-Psychedelikum bezeichnet, weil das Molekül die Eigenschaft hat, verborgene, verschüttete oder verdrängte Seeleninhalte ans Licht zu holen. Das geschieht mit MDMA meist auf eine leicht verdauliche Art und Weise, weil der User seine eigenen Probleme, unbewältigte Traumata und ähnliche Belastungen ohne Gefühle wie Angst, Zorn oder Trauer zu betrachten in der Lage ist. Manche User berichten darüber, dass sie ihre eigene Lebenssituation wie von außen anschauen, bewerten und auch bearbeiten konnten – so als seien sie von den psychischen Problemen gar nicht selbst betroffen.

Erfahrungen aus dem Untergrund

Hier ein Fallbeispiel, das anonymisiert wiedergegeben werden muss: Ein Psychonaut hatte durch diverse Kindheitstraumata mit grundlegenden psychischen Belastungen zu kämpfen, die keiner der in Anspruch genommenen drei Psychotherapeuten erfolgreich behandeln konnte. Mehrere Jahre therapeutischer Sitzungen konnten dem Betroffenen so gut wie gar nicht helfen, die Gedanken- und damit verbundenen Gefühlsinhalte zu ordnen und zu verkraften. Das Karussell in Kopf drehte sich – der Psychonaut war am Ende seiner Kräfte angelangt. Jahrelange Behandlungen mit Antidepressiva hatten lediglich Nebenwirkungen zur Folge, nicht aber einen Therapieerfolg. An einer Sitzung mit MDMA, auf der der Betroffene nur feiern und vergessen wollte, drängte sich ihm nach der Einnahme von MDMA das kindliche Trauma als Tagtraum auf. Der Mann durchlebte seine Erlebnisse abermals, diesmal aber aus der Perspektive des Erwachsenen, der das innere Kind durch die Erfahrung führte und sich dessen Emotionen annahm, ohne sich selbst damit zu identifizieren. Durch dieses Wiedererleben des Verdrängten war er in der Lage, seine Blockaden nachhaltig zu lösen – die mit dem Trauma assoziierten Angstgefühle waren dauerhaft verschwunden.

MDMA dosieren

MDMA PillIn vielen Büchern wird eine fixe Dosierung von MDMA angegeben, die sich in der Regel zwischen 100 und 200 Milligramm befindet. Das ist keine hilfreiche Information, kommt es bei der Dosierung des Stoffs doch auf viele verschiedene Faktoren an, z.B. auf Set und Setting (persönliche Befindlichkeit und äußerer Rahmen), auf die Frequenz der Einnahme (wie oft nimmt der User MDMA?), auf das Geschlecht und aufs Körpergewicht. Grundsätzlich gilt, MDMA höchstens einmal im Quartal, also alle 3 Monate, zu konsumieren. Mehr ist ungesund und kann nervenschädigend (neurotoxisch) sein. Es gibt für die Dosierung eine recht einfache Faustregel: Frauen nehmen pro Einzeldosis höchstens 1,3 mg pro Kilo Körpergewicht ein, Männer maximal 1,5 mg. Bei einer 60 Kilo schweren Frau sind das also 78 mg, bei einem 70 Kilo schweren Mann 105 mg MDMA. Mehr sollte auf keinen Fall konsumiert werden, andernfalls kann es vor allem dem Körper schaden. Eine eventuelle zweite Dosis sollte nur die Hälfte der Menge umfassen.

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