Im Burggartenrestaurant ist Toni Straka einfach zu erkennen. Auf dem Laptop tippend, ein Mobiltelefon eingeklemmt zwischen Schulter und Ohr.Von der Konversation schnappen wir ein trauriges Bruchstück auf. „Die Regierung beschliesst eine Drogengesetzreform, die keine Reform ist, sondern eine Million Hanffreunde per Dekret zu Abhängigen macht.“

Offensichtlich ist Toni sehr erzürnt. “Dieses neue Gesetz ist ein Schlag ins Gesicht von 33,000 Österreichern, die Österreichs erste parlamentarische Initiative für volle Cannabislegalisierung unterzeichnet haben.“

Vor drei Jahren wurde der ehemalige Finanzjournalist von der Polizei verhaftet und erhielt eine Bewährungsstrafe für den nicht-kommerziellen Import von 35 Kilo qualitativ hochwertigem Medizinalcannabis. Realisierend, dass sein Name nun in Interpol-Datenbanken neben Terroristen und Mafiaauftragskillern gespeichert war, half er beim Ausbau des Wiener „Hanfwandertags“ zu Europas grösstem alljährlichen Legalisierungsprotest. Zudem gründete er 2014 das Hanf-Institut und ist bestrebt mehr als fünf Dekaden der Strafverfolgung in Österreich zu beenden.

Für Toni zeigt das Gesetz wie entkoppelt von ihren Wählern Politiker sind. „Alle Umfragen der letzten 2 Jahre weisen solide Mehrheiten zwischen 65 und 85 Prozent für eine volle Legalisierung auf, die Unterstützung für die Entkriminalisierung der Medizinalcannabisnutzer rangiert beharrlich zwischen 90 und 99 Prozent.“

In Kooperation mit ArGe Canna, einem Verein, der sich für die Rechte von Cannabispatienten einsetzt, hält das Hanf-Institut die Legalisierung mit einer neuen Initiative auf der nationalen Agenda und fordert die volle Entkriminalisierung für Patienten, die ihr eigenes Gras anbauen – Schritt Eins der Legalisierungsstrategie des Hanf-Instituts. “Zuerst wollen wir den Besitz entkriminalisieren und die Erlaubnis, dass Patienten ihre Medizin selbst anbauen können; zweitens, die Legalisierung für Cannabis Social Clubs; drittens, die Teilnahme von Experten mit praktischer Cannabiserfahrung an einer wahren Reform der österreichischen Drogengesetze, die auf Beweisen fusst.”

Er rechnet damit, das sich die momentane negative Haltung in politischen Kreisen bald rasch ändern könnte, auf der Tatsache beruhend, dass Österreichs finanzielle Situation sich rapide verschlechtert.

“Unsere Rechnung ist, dass die Legalisierung um die 500 Millionen Euro zu Österreichs Budget beitragen könnte.” Mit anderen Worten: “Auf einer rational Basis wird Österreich nicht um die Legalisierung herumkommen.”

Anatol Zweig

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