Ärzte in den USA verschrieben über Jahrzehnte das aus Herstellersicht als unbedenklich angepriesene Opioid-haltige Schmerzmittel OxyContin des Pharmakonzerns Purdue freigiebig. Doch seitdem die Ärzte die Opioide deutlich zurückhaltender verschreiben, sind viele nun Süchtige auf Heroin umgestiegen.

Ein Resultat: Allein 2017 starben fast 50 Tsd. Amerikaner an den Folgen ihrer Opioid-Sucht. Das sind täglich 130 Tote. 400 Tsd. Tote in den letzten 20 Jahren. Mehr als im Straßenverkehr oder durch Schusswaffen ums Leben kamen. Sogar die durchschnittliche Lebenserwartung in den USA sinkt.

US-Präsident Trump wertete den „medizinischen Notstand“ zu einem nationalen Notstand auf. Milliarden für Suchttherapien und zur Erforschung neuer Schmerzmittel sollen investiert werden.

Gegen den Pharma-Riesen Purdue und die Besitzer-Familie Sackler laufen über 2000 Klagen. Weil Purdue und die Sacklers trotz des Wissens um die große Suchtgefahr ihrer Schmerztabletten OxyContin viele Jahre lang aggressiv in den Markt gedrückt haben. Die Sacklers wollen sich nun außergerichtlich einigen, freilich ohne Schuldeingeständnis. Sie halten die Klagen für rechtlich zweifelhaft, sachlich irreführend und politisch motiviert.

Der Chef eines anderen führenden Arzneimittelherstellers, Insys Therapeutics, wurde derweil für schuldig befunden, Ärzte bestochen zu haben, Patienten ein gefährliches Schmerzmittel zu verschreiben. Insys hatte jahrelang völlig legal Subsys, ein Fentanylspray – um ein vielfaches stärker als Morphium – vertrieben.

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