Zukünftiger Generalstaatsanwalt will Legalisierungsstaaten respektieren

Der Kandidat für den Posten des Generalstaatsanwalts, William Barr bekräftigte zwar, dass er zum Cannabisverbot stehe, aber Staaten, die Cannabis bereits legalisiert haben und sich auf das gestrichene Cole-Memorandum beriefen, nicht verfolgen wolle. Dieses Obama Memorandum verlieh legalisierten Cannabis Geschäften etwas Sicherheit, wurde aber vom gegangenen Vorgänger Sessions im vergangenen Jahr aufgehoben. Zugleich verteidigte Barr seine harten, verbindlichen Mindeststrafen der 1980er und 1990er Jahre, erklärte jedoch, er sei offen für Strafvollzugsreformen.

Baltimore verfolgt Cannabisbesitz nicht länger und hebt 5.000 Verurteilungen auf

Die Stadt Baltimore in Maryland will die Verfolgung von Besitz einstellen und gleichzeitig 5.000 Verurteilungen wegen Cannabis aufheben, denn Verurteilungen und Verfolgung von Cannabisbesitz machten die Stadt nicht sicherer. Mehr als 95% derjenigen, die wegen einfachen Besitzes in der Stadt verhaftet wurden, waren Afroamerikaner. Baltimore war Schauplatz der gerühmte Serie „The Wire“ von David Simon, die den ganzen Wahnsinn der Realität des Drogenhandels – und -konsums und seiner Verfolgung vielschichtig abbildete.

Grenz-Mythen

US-Präsident Trump begründet die unbedingte Notwendigkeit einer Grenzmauer zu Mexiko mit nachweisbaren Unwahrheiten über Auswirkungen, die sein Lieblingsprojekt Mauer auf Drogenschmuggel, Drogenkonsum und Kriminalität haben würde. Die dann zweitlängste Mauer der Welt könne Heroin aufhalten, sie würde die Kriminalitäts- und Drogenproblematik schnell und stark reduzieren, twittert und posaunt er. Doch meint selbst die amerikanische Drogenbehörde DEA, nur ein kleiner Prozentsatz des von den Behörden beschlagnahmten Heroins käme über die dortige Grenze. Das meiste Heroin würde in Fahrzeugen in Einreisehäfen gefunden. Ganz davon abgesehen, dass etwa 40% aller Todesfälle durch Opioidüberdosierungen im Jahr 2016 rezeptpflichtige Schmerztabletten betrafen.

Magic Mushroom Initiative an der Urne

Die Bewohner der Stadt Denver in Colorado stimmten im Mai über die Decriminalize Denver Initiative erfolgreich ab. Ziel der Ini war es, dem halluzinogen Pilzkonsum durch Erwachsene die niedrigste Strafverfolgungspriorität zu verleihen sowie es der Stadt zu erschweren, Menschen für den Besitz oder Konsum halluzinogener Pilze zu verhaften und zu verfolgen. Noch nie wurde in den USA – geschweige denn irgendwo sonst – die Entkriminalisierung von Magic Mushrooms gewählt.

Massachusetts verklagt Hersteller von OxyContin

Der Staat Massachusetts verklagt Purdue Pharma und acht Mitglieder der Eigentümerfamilie, weil diese Ärzte und Öffentlichkeit über die Gefahren von OxyContin anlogen. Das 1996 von Purdue eingeführte Schmerzmittel steht im Zentrum einer Opioid-Epidemie, die täglich USA-weit fast 200 Menschen das Leben kostet. Obwohl enorm süchtig machend wurde es gegen chronische Schmerzen jahrzehntelang landesweit kräftig verordnet.Alleine 1999 machte Purdue mehr als 20 Millionen die Woche und OxyContin war das Hauptprodukt. Vieles spricht dafür, dass Purdue Pharma Profit über Leben stellte.
Oxycodon, der Hauptwirkstoff von OxyContin ist ein halbsynthetisches Opioid, das ursprünglich aus dem Schlafmohn gewonnen wurde und stärker ist als Heroin oder Morphin. Die Klage in Massachusetts ist nur eine von Tausenden, die gegen Purdue Pharma wegen der verheerenden Auswirkungen von OxyContin angestrengt wurde.

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