Während die Medien bei insgesamt fallenden Zahlen für Straftaten den Anstieg bei der Drogenkriminalität mit Worten wie Drogenschwemme garnieren, berichtet keiner was berichtenswert ist, nämlich dass die Strafverfolgungsdevise nach wie vor lautet: Jagt und hängt die Kleinen, die Grossen lasst laufen.

Laut neuer Straftatenstatistik für 2018 sind weiter Dreiviertel aller Drogendelikte Konsumentendelikte – die Polizei jagt weiter ungebrochen mit viel Eifer, Arbeitsaufwand und wahrscheinlich auch Gusto Kiffer. Der Trend geht weiter nach oben – wie seit 2008. Zum wiederholten Male ein Spitzenwert, bei den Drogendelikten insgesamt wie für Cannabis.

Von den rund 350 Tsd. Drogendelikten (plus 20 Tsd. gegenüber dem Vorjahr) sind alleine rund 180 Tsd. Cannabiskonsumentendelikte (rd. 14 Tsd. mehr als im Vorjahr). D.h. dieser ‘Anstieg’ der Drogenstraftaten geht zu einem Gutteil auf das Konto der besonders berüchtigten Cannabis-Verbrecher. 180 Tausend Rauschgiftkriminelle der schlimmsten Art. Unverändert blieb der Anteil des Cannabishandels und -schmuggels (nimmt seit 2007 ab), ebenso der Anteil der Cannabiseinfuhren (nimmt seit 2001 ab) sowie der Anteil des Cannabisanbaus (nimmt seit 2012 ab).

Also alles wie immer: Während man die Kleinen jagt, lässt man die Großen laufen. Am konstanten Anstieg der Konsumentendelikte und ihres Anteils an den Rauschgiftdelikten insgesamt seit 1987 – mit nur einem kurzen Rückgang zwischen 2004 – 2010 – sowie des Anteils der Konsumentendelikte an den Straftaten insgesamt (von rund 1 % in 1987 auf rund 5% in 2018) wird deutlich wie überfällig eine Legalisierung (und eine Änderung der Wortwahl) ist.

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