Gegenwind für den präsidialen Erschießungserlass

Mehr als 12000 Menschen wurden bislang umgebracht. Vielfach völlig willkürlich erschossen im von höchster Stelle ausgerufenen Krieg gegen die eigene Bevölkerung, angereichert mit freimütigen Selbstbezichtigungen des philippinischen Präsidenten.

Erschossen von Polizisten, selbsternannten Polizisten und, wie er vor Kameras prahlte, ihm selbst. Ob sie grosse Fische, Kleinstdrogenhändler, Konsumenten oder einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren, keiner weiß das. Dieser Drogenkrieg ist in ganz besonderem Maße Paradebeispiel für einen ‘Drogenkrieg’, der primär ein Krieg gegen Menschen ist.

Obwohl im Land selbst weiter eine Bevölkerungsmehrheit seinen Kurs gutheisst, was aus westlicher Sicht mindestens erstaunlich ist, haben die schärfer werdenden Proteste von Politik und Kirchen, Aussagen früherer Polizisten sowie international von Amnesty International oder dem EU-Parlament möglicherweise zu einem gewissen Einlenken geführt. Jüngst ordnete Duterte seine Polizei an, sich nicht mehr am Anti-Drogenkampf zu beteiligen. Alleine zuständig bleibt die philippinische Drogenvollzugsbehörde (PDEA). Zwar ändert dies nichts an Dutertes Absichten, doch der Blutzoll dürfte erheblich sinken, falls Duterte seine Anordnung nicht zurückzieht. Dies ist unsicher, denn er ist wankelmütig.

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