Neben Maine and Massachusetts, den beiden US-Bundesstaaten in Neuengland, die Cannabis bereits vollständig legalisiert hatten, haben mit New Hampshire nun alle Neuenglandstaaten entkriminalisiert.

Während in New Hampshire vorher selbst kleinste Mengen Cannabis bis ein Jahr Haft und eine Strafe von 2000 US-Dollar bedeuteten, werden gemäß des neuen Gesetzes jedenfalls beim ersten und zweiten Mal der Besitz von bis zu 21 Gramm mit einer Geldstrafe von 100 US-Dollar geahndet. Beim dritten Mal innerhalb von drei Jahren folgt eine Strafe von 300 US-Dollar. Wird jemand ein viertes Mal in den drei Jahren ertappt, gilt das als Vergehen, welches jedoch weder Haft noch Gefängnis nach sich zieht.

Mit Connecticut sticht lediglich ein Neueunglandstaat etwas heraus. Dessen Entkriminalisierungseifer lässt zu wünschen übrig. Dort ziehen der Besitz von bis 14 Gramm Cannabis für 21 Jährige Geldstrafen nach sich, müssen jüngere beispielsweise mit Führerscheinentzug rechnen, gelten aber der Besitz von über 14 Gramm unverändert als Straftat.

Während also indes von der Legalisierungswelle in Bezug auf medizinisches Cannabis immer mehr US-Bundesstaaten erfasst werden, bleibt auch der Legalisierungsstrudel in Bezug auf Freizeitkonsum nicht ohne Folgen in den USA. Legal ist dieser darüber hinaus bekanntlich bereits in Alaska, Colorado, Kalifornien, Nevada, Oregon, Washington und Washington D.C.

Zwar macht jeder Bundesstaat bei der Entkriminalisierung sein eigenes Ding, gelten überall unterschiedliche Kriterien (beispielsweise nur CBD für den medizinischen Gebrauch) oder unterschiedliche Besitzgrenzen (mal weniger als 10 Gramm, mal 14, mal 21, mal 28 Gramm, mal mehr), doch augenscheinlich breitet sich der Trend zur Entkriminalisierung und Legalisierung aus.

Oftmals darf eine de-facto Entkriminalisierung, welche bloss in Bezirken oder Städten lokal erfolgt, obwohl der Bundesstaat noch nicht entkriminalisiert hat (beispielsweise in manchen Städten Arkansas‘), quasi als erster Schritt bewertet werden. Denn häufig genug schließen sich dann mehr Kommunen und Bezirke an, was irgendwann beinahe zwangsläufig in einer völligen Entkriminalisierung oder gar Legalisierung mündet. In fast allen Bundesstaaten streben Bürgerinitiativen, Politiker oder gar die Polizei eines von beiden an. Die Bereitschaft dafür ist unzweifelhaft gewachsen. Selbst die als besonders konservativ geltenden Südstaaten oder etwa der Mormonenstaat Utah könnten irgendwann in den Legalisierungsstrudel geraten.

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