Eine Gruppe von Backpackern zogen ein Medikament gegen Reisekrankheit, welches sie für Kokain hielten.
Zwei Franzosen waren in kritischem Zustand, eine Deutsche in künstlichem Koma nach dem Schniefen von Hyoscin.

Neun Rucksacktouristen landen in Australien im Krankenhaus nach einer mutmaßlichen Überdosis eines Medikaments gegen Reisekrankheit. Das verschreibungspflichtige Medikament Hyoscin verursachte eine lebensbedrohliche Überdosis unter den Touristen.
War natürlich keine Absicht. Die jungen Leute zogen das Mittel, normalerweise zur Behandlung von Reisekrankheit eingesetzt, weil sie dachten, es sei Kokain. Diese führte zu heftigen Reaktionen und endete für drei von ihnen das auf der Intensivstation in künstlichem Koma.
Reine Spekulation ist selbstredend, wie es zu diesem Irrtum kam. Weisses Pulver, ok. Aber, wer hat ihnen gesagt, es sei Koks? Es hätte auch Pulverzucker, Speed, alles mögliche sein können. Da war die Nase größer als die Augen. Einerseits. Andererseits, es waren neun Leute. Da wird am späten Abend neunmal hintereinander gezogen. Trotzdem bemerkt keiner, dass das gar nicht törnt, sondern zu Bewusstlosigkeit führt? Safer Use? Fehlanzeige.
Nur zwei andere, die nach Verlautbarungen nicht beteiligt waren, wählten den Notruf, sodass um Mitternacht Sanitäter diese Gruppe, in verschiedenen Bewusstseinszuständen in einem Haus fanden und ins Krankenhaus brachten. Keiner der irrtümlich das vermeintlich Koks Ziehenden sei in der Lage gewesen, Hilfe zu holen oder zu rufen, alle waren in einer Art Körperlähmung.

Je nach Betrachtungsweise wieder mal ein Beleg für die grenzenlose Dummheit des Menschen (Einstein), oder dafür, dass auch der unsachgemäße Konsums eines Mittels gegen Reisekrankheit ein ziemlicher Trip werden kann (Wirkung von Hyoscin, siehe Box).

Faktisch ist es ein Beleg für den Sinn von Drugchecking. Freiwillig und in voller Absicht wurde geschnieft, aber eben das Falsche. Wenn man die Menschen nicht abhalten kann, Drogen zu nehmen, sollte man sie in der Lage versetzen, sich wenigstens für den Konsum oder Nicht-Konsum der tatsächlichen Substanz entscheiden zu können.


Scopolamin, auch Hyoscin, kommt in Nachtschattengewächsen wie Stechapfel, Bilsenkraut, Alraune und Engelstrompeten vor. Es wird auch künstlich hergestellt und ist mit Atropin verwandt. Niedrig dosiert wirkt es leicht beruhigend und unterdrückt den Brechreiz. Hoch dosiert wirkt es dämpfend und apathieauslösend. Ebenso kann es willenlos machen und wurde einst als Wahrheitsserum eingesetzt.


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